Mainz singt und lacht sich von Schüttelreim zu Schüttelreim. Ist die fünfte Jahreszeit vorbei, wird es ruhiger. Zumindest musikalisch ist dann wenig aus der Fastnachtsstadt zu hören. Hamburg haben Tocotronic, Kettcar, die Goldenen Zitronen und tausend andere, Berlin hat seine Rapper und die Beatsteaks, München die Sportfreunde Stiller und Köln immerhin noch Bap. Und was geht in Mainz? Von Falk Sinß und Stefanie Senfter

Die vier Jungs von Earotation

Die Szene im Wandel

„Welche Szene?“, zuckt Klaus Weis von Shambelle nur die Schultern. Andere Bands sehen das etwas differenzierter. Die Musikszene in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Die Bands schießen wie Pilze aus dem Boden und Zuhörer gibt es mit den Tausenden Mainzer Studenten allemal. Denn oft spielen die Bands ganz umsonst auf Sommerfesten oder in Studentenkneipen. Bandmitglieder, wie zum Beispiel der Drummer und Gitarrist von Shambelle, die von der Musik leben, haben es da nicht einfach. Immer nur für lau spielen, um bekannt zu werden, ernährt sie nicht.

Der Trend geht weg vom Jugendzentrum

Dennoch hat sich etwas geändert. Und das  könnte daran liegen, dass sich die Auftrittsorte gewandelt haben. Der Trend geht weg vom klassischen Auftritt im Jugendzentrum. Die Mainzer Clubs, vor allem das Caveau, das KUZ und das Kulturcafé auf dem Uni-Campus, bieten mittlerweile Konzerte mit lokalen Bands gewinnbringend an und bedienen damit vermehrt das steigende Interesse an handgemachter Musik.

 

Die vier Mitglieder von Shambelle in der Dämmerung

Subkultur als Phase

Ob das allerdings so bleibt, ist fraglich, denn die Szene wandelt sich permanent. Der Grund sind die Studenten der Universität. Ein Student bleibt im Schnitt nur fünf Jahre. Somit ändert sich die bestehende Subkultur ständig. Bands kommen zusammen und gehen auseinander und das Publikum hat immer wieder andere Ansprüche an die Musikszene in Mainz.

Fitness mit EarotationBauch, Beine, Po – was wie das Progamm einer Fitnessstudiobesucherin klingt, sind die Körperteile, die Earotation bewegen wollen, sagt Sänger Christian. Aus einer Freundschaftskiste heraus habe sich das Rock-Quintett 2003 gegründet. Seitdem bestehen Earotation aus Christian, Ansgar und Daniel an den Gitarren, Lato am Bass und Tom an den Drums. Die Band blickt auf zwei Veröffentlichungen zurück: “A maze named life“ und „Vanity Suits“. Die Songs dazu entstehen ganz klassisch im Proberaum. Verschiedene musikalische Einflüsse fügen sich so zu einem Rocksound, der geradlinig und trotzdem abwechslungsreich ist. Die Höhepunkte: Auftritte auf dem Hurricane-Festival im Jahr 2007 und 2009 bei Rock am Ring.

Earotation live im Kulturzentrum mit „Chased by shadows“. Video: Youtube

Platten am laufenden Band – Shambelle

Klaus Weis, Bassist der Band Shambelle nennt seine Musik schlicht GitarrenElektroPop. Shambelle gibt es seit 1994. Schlagzeuger Gilbert Kuhn, Sängerin Uschi Mathes und er selbst sind schon lang dabei, Gitarrist Benny Geyer seit März 2010. Der Produzent Roland Spremberg, der auch schon mit der norwegischen Popband A-ha zusammenarbeitete, wählte Shambelle 1998 aus mehr als 800 Bands aus, um mit ihnen eine CD zu produzieren. Im Jahr 2000 gewann das Quartett den Musik-Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz und 2005 war es unter den Finalisten der Mannheim-Music-Awards. In den vergangenen Jahren veröffentlichte die Band sieben CDs. Und so soll es weitergehen, sagt Klaus: „Neue Songs schreiben und noch mehr Konzerte spielen“.

Himmelsstürmer Auletta

Die Band hielt sich mit ihrem Indie-Rock monatelang auf Platz 1 der DASDING-Netzparade. Die vier Mainzer Jungs – alle Jahrgang 1984 oder 1985 – haben schon 120 Shows auf dem Buckel unter anderem bei Rock am Ring, Hurricane und Southside Festival. Auletta spielt neben Bands wie „Wir sind Helden“ und die Jungs haben bereits einen Plattenvertrag bei EMI unterschrieben. Ihren Stil beschreiben Sänger Alex, Gitarrist Martin, Bassist Daniel und Schlagzeuger Jusch als „Rock’n’Roll Indie“. Und den Indiepophimmel wollen die vier ganz klar seit der Gründung 2005 erobern. Songs ihres Albums „Pöbelei&Poesie“ liefen sogar auf MTV.

Offizielles Video zu „Meine Stadt“ von Auletta. Video: Youtube

Stand: Juni 2010

Shambelle:

Klaus Weis, Bassist der Band Shambelle nennt seine Musik schlicht Elektro-Jazz-Pop. Shambelle gibt es seit 1994. Schlagzeuger Gilbert Kuhn, Sängerin Uschi Mathes und er selbst sind schon lang dabei, Gitarrist Benny Geyer seit März 2010. Der Produzent Roland Spremberg, der auch schon mit der norwegischen Popband A-ha zusammenarbeitete, wählte Shambelle 1998 aus mehr als 800 Bands aus, um mit ihnen eine CD zu produzieren. Im Jahr 2000 gewann das Quartett den Musik-Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz und 2005 war es unter den Finalisten der Mannheim-Music-Awards. In den vergangenen Jahren spielte veröffentlichte die Band sieben CDs. Und so soll es weitergehen, sagt Klaus: „Neue Songs schreiben und noch mehr Konzerte spielen“.