Ein kurzes Klicken, dann brummt und rattert es fleißig vor sich hin. In Schifferstadt bei Ludwigshafen hat Klaus Möller eine ungewöhnliche Lösung gefunden, um sein Hotel mit Strom und Wärme zu versorgen. Kaum größer als eine Waschmaschine findet sein Mini-Blockheizkraftwerk in einer nur acht Quadratmeter großen Abstellkammer Platz.

Von Jan Paulin und Klaus Pokorny

Wie funktioniert ein Blockheizkraftwerk?

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) nutzt das Prinzip der „Kraft-Wärme-Kopplung“ und versorgt Betreiber sowohl mit Strom als auch mit Wärme. Die Wärme ist streng genommen ein „Abfallprodukt“ der Stromerzeugung und entsteht beim Verbrennungsprozess im Motor, der den stromerzeugenden Generator antreibt.Anders als zum Beispiel beim Motor eines Autos entweicht die Wärme aber nicht ungenutzt, sondern dient zum Heizen und für die Warmwasserbereitung. Außer einem Verbrennungsmotor können auch Brennstoffzellen oder eine Gasturbine den Stromgenerator antreiben.Durch die Kraft-Wärme-Kopplung ist der Wirkungsgrad eines BHKW viel höher als bei klassischen Energieerzeugern wie Kohlekraftwerken. Es ist umweltschonender und effizienter – selbst wenn fossile Brennstoffarten wie Erdgas oder Heizöl zum Betrieb genutzt werden. Mittlerweile können sogar nachwachsende Rohstoffe aus Biomasse, zum Beispiel Holzpellets, genutzt werden. BHKWs gibt es in verschiedenen Dimensionen und Ausführungen.

Auf einen Blick: Das Zusammenspiel von Motor, Wärmetauscher und Generator (bitte auf das Schaubild klicken)

Ein großes Blockheizkraftwerk kann zum Beispiel eine ganze Schule oder ein Krankenhaus mit Strom und Wärme versorgen. Kleinere Kraftwerke, sogenannte Mini-BHKWs, eignen sich auch für Einfamilienhäuser oder kleine Betriebe. Denn ein Mini-BHKW passt gut in den Keller und kann eine bereits bestehende Heizungsanlage ergänzen oder sogar ersetzen. Daneben besteht die Anlage meist aus weiteren Geräten zum Zwischenspeichern der Wärme. Der Motor ist so konstruiert, dass er im Haus oder im Betrieb nicht zu hören ist.

Für solche kleineren Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis zu 50 Kilowatt erhalten Betreiber nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz einen staatlichen Zuschuss von 5,11 Cent pro Kilowattstunde. Egal ob der Strom selbst genutzt oder ins lokale Netz eingespeist wird. Bei selbst genutztem Strom kommen zusätzlich 20 Cent pro Kilowattstunde für die vermiedene Netznutzung hinzu.

Aber die Anschaffungskosten für ein Mini-BHKW liegen höher als bei herkömmlichen Heizungsanlagen, die „normale“ Stromnetzkunden brauchen. Hotelbesitzer Klaus Möller zum Beispiel investierte vor zwei Jahren 23 000 Euro in sein neues Mini-BHKW. Die Anlage einzubinden verschlang zusätzlich 4000 Euro. Viel Geld, denn eine normale Heizungsanlage mit gleicher Leistung hätte nur 5000 Euro gekostet.

Aber das Land Rheinland-Pfalz bezuschusste Möller mit 6000 Euro. Seine Gesamtinvestition von 21 000 Euro hat er dank der deutlich niedrigeren Betriebskosten des Mini-BHKWs schon in drei bis vier Jahren wieder drin. Und dank energieeffizienter Kraft-Wärme-Kopplung freut er sich nun über ein „eigenes, umweltschonendes Kraftwerk in meinem Hotel“.