Für seine Mitglieder ist Peng „irgendwas Wucherndes“ und ständig entsteht etwas Neues. Was als Treffen einer Handvoll Kunststudenten begann, hat sich rund vier Jahre später zur etablierten Einrichtung für Künstler und Kunstinteressierte entwickelt. Mit rund 100 Mitgliedern  hat der Verein über 100 Ausstellungen auf die Beine gestellt, geschätzte 400 Künstler haben ihre Arbeiten dem Publikum vorgestellt. Von Jessica Bader

Sie haben Skulpturen und Fotos ausgestellt, Konzerte und Partys gegeben, Skater zeigten ihr Können, oder ein Dokumentarfilmfestival ins Leben gerufen. Ob Maler, Poet, Fotograf oder Musiker, das Pengland ist offen für alle Künstler und Kunstinteressierte. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Also zerbrechen sich die Vereinsmitglieder nicht die Köpfe, ob sie große Kunst oder vermeintlichen Schrott ausstellen. Die Gesellschaft zur Förderung von Design, Kunst und Kommunikation, wie Peng im Vereinsregister heißt, versteht sich als Plattform, um eigene Arbeiten auszustellen und Kontakte zu knüpfen.

Das offene Wohnzimmer ist der Treffpunkt für Künstler und Penginteressierte. Video von Stefanie Senfter und Jessica Bader

 

„Das ist aus der Not geboren und deshalb funktioniert es auch so gut“, sagt Justin Peach über Peng. Er hat den Verein 2006 mit ein paar weiteren Studenten während seines Mediendesign-Studiums an der Fachhochschule Mainz gegründet. Die Studenten wollten ihre an der FH entstanden Arbeiten auch einem breiteren Publikum zeigen. „Es gibt eine Semester-Endpräsentation und Mama und  Papa haben es dann gesehen und sonst niemand“, sagt Justin Peach. „Das ist doch schade.“ Aus anfänglichen Treffen in Justins Wohnung wird bald das Pengland geboren. Die ersten Ausstellungen finden statt.

Justin Peach im Pengland

Gründer Justin Peach im Pengland. Foto: Peng

Im offenen Wohnzimmer werden Ideen geboren

Feste Einrichtung im Pengland ist das offene Wohnzimmer jeden Dienstagabend in der Reichklarastraße. Dort ist jeder willkommen. Dann werden Projekte besprochen oder verworfen, wird gelacht, geredet und ein Bierchen getrunken. Lesungen, Ausstellungen, Partys, alle Ideen werden im „Wohnzimmer“ geboren. Bis zur fertigen Veranstaltung sind dann viel Engagement und freiwillige Arbeit gefragt.

Einfach und unbürokratisch bekommen Künstler im Pengland eine Anlaufstelle und Hilfe für ihre erste eigene Ausstellung. „Wenn Peng so offen bleibt“, sagt Justin Peach, „denke ich, kann man ja nichts falsch machen.“ Die nach außen hin oft etwas chaotisch wirkende Organisation funktioniert.  „Wir haben immer mehr Ausstellungen gemacht und immer mehr Leute haben das gesehen“, erzählt Justin Peach. Der Peng-Gründer ist stolz auf den Verein: „Wie so ein kleiner Virus hat sich das dann entwickelt.“

Stand: Juni 2010