Schön, aber schädlich: Wie sich künstliches Licht auf Mensch und Natur auswirkt, ist selbst in Umweltschutzkreisen noch ein Randthema. Inzwischen aber rückt das Thema Lichtverschmutzung immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit – etwa nach Studien über künstliches Licht in der Nacht als Auslöser für Krebs oder über das Verschwinden des Sternenhimmels.

In Mainz hat man sich früh mit dem Thema Lichtsmog auseinandergesetzt. Im Jahr 2005 entwickelte die Stadt unter der damaligen SPD-Regierung ein Beleuchtungskonzept. Es sollte regeln, welchen Weg Mainz langfristig in Sachen Beleuchtung gehen wird.

Erklärtes Ziel ist es, die Stadt durch nächtliche Beleuchtung als Wirtschaftsstandort hervorzuheben. Dabei spielen allerdings auch Umweltaspekte wie Energieeffizienz oder Schutz vor Lichtsmog eine Rolle. Bis heute wurden bereits viele Maßnahmen umgesetzt, wie etwa eine LED-Teststrecke in der Oberstadt. Trotzdem bleiben auch in Mainz noch Baustellen.

Die Nacht: Lichtverschmutzung ist auch in Mainz sichtbar

Blick von der Sternwarte Richtung Rathaus

Blick von der Volkssternwarte Richtung Rathaus. Im Hintergrund leuchten Frankfurt mit Flughafen (links) und Rüsselsheim.

Jan-David Förster stemmt die Falltür auf und drückt sich nach oben ins Freie. Jetzt steht er über den Dächern von Mainz – über den meisten. Die alte Volkssternwarte ist mit ihren 35 Metern nicht das höchste Gebäude der Stadt. Trotzdem lassen sich die Auswirkungen künstlichen Lichts von hier oben gut erklären, und deshalb ist Förster hier. Der 1. Vorsitzende der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Mainz will zeigen, was Lichtverschmutzung bedeutet.

Es ist eine laue Nacht im Juni, um die Sommersonnenwende. Zu dieser Zeit im Jahr wird der Himmel schon natürlicherweise nie richtig dunkel. Trotzdem sieht man im Osten zwei Lichtglocken flimmern. Es sieht aus, als brannten direkt hinter dem Horizont zwei große Feuer. Jan-David Förster deutet auf die größere der beiden Lichtglocken: „Das da ist Frankfurt mit seinem Flughafen.“ Sein Arm bewegt sich ein Stück nach rechts. „Und das ist Rüsselsheim.“

Vor allem in Städten und dicht besiedelten Gebieten werden die Nächte immer heller. Nach Angaben des NABU jedes Jahr durchschnittlich um sechs Prozent. Das lässt sich messen, zum Beispiel mit einer App. Bei dunklem Himmel kann man nachts theoretisch bis zu 4000 Sterne mit bloßem Auge erkennen. In einer hellen Stadt sind es kaum 100.

Nur ein Prozent der Sterne sichtbar

Jan-David Förster hat solche Messungen durchgeführt. Das Ergebnis ist auch für Mainz, welches Frankfurt in Sachen Lichtverschmutzung in einigem nachsteht, ernüchternd: „Wer in Mainz auf dem Marktplatz steht, könnte 50 bis 100 Sterne sehen – angenommen, es wäre möglich, in jede Richtung bis zum Horizont zu sehen. Das geht natürlich wegen der umstehenden Gebäude nicht. Aber unsere Messungen haben diese Zahlen ergeben.“

In der Mainzer Innenstadt ist also nur rund ein Prozent der Sterne sichtbar. Förster sieht diesen Grad an Helligkeit äußerst kritisch. Denn obwohl die Stadt in ihrem Beleuchtungskonzept auch den Schutz vor Lichtsmog betont, hat sie die nächtliche Beleuchtung in den vergangenen Jahren vielerorts hochgefahren. Zum Beispiel an der Theodor-Heuss-Brücke. Die war vor 2008 noch nicht illuminiert. Als Teil des Konzepts der Stadt sollte dann „der Tageindruck mittels Licht in die Nacht transportiert werden„. Als ab 2008 die neue Illumination ihre „beeindruckende Lichtwirkung“ entfaltete, strahlten die neuen Lampen direkt auf die nahe gelegene Volkssternwarte ab – und den Astronomen in die Linsen. „Für mich ist das völlig unverständlich“, wundert sich Förster. „Dieses Licht braucht doch niemand.“

Die Brücke: ästhetische Aspekte der Stadtbeleuchtung in Mainz

Blick von der Sternwarte zur Theodor-Heuss-Bruecke

Blick von der alten Mainzer Volkssternwarte auf die Theodor-Heuss-Brücke. Deren Gitterkonstruktion wird auch beleuchtet.

Auch Andreas Schnell genießt einen schönen Blick über Mainz. Von seinem Büro in der Zitadelle auf dem Jakobsberg überblickt er einen Teil der Altstadt. Schnell ist Verantwortlicher für das Lichtkonzept beim Stadtplanungsamt. Er ist auch verantwortlich für die Installationen an der Theodor-Heuss-Brücke. „Die Brücke wird nachts beleuchtet, um ihre architektonische Schönheit darzustellen“, erklärt er.

An einer Wand in Schnells Büro hängt ein Poster, das die Theodor-Heuss-Brücke bei Nacht abbildet – in all ihrer Pracht. Das Bauwerk ist ein Wahrzeichen der Stadt und soll als solches auch im Dunkeln hervorgehoben werden. Diese Hervorhebung von markanten Bauwerken ist ein wichtiger Bestandteil von Schnells Beleuchtungskonzept. Unter dem Punkt „Beweggründe“ fasst ein Schriftstück der Stadt die Philosophie dahinter so zusammen: „Image und Identität – Konkurrenz der Städte im kommunalen Wettbewerb„. Mainz soll sich stets von seiner besten Seite zeigen. Dabei ist Licht ein Teil der „Vermarktung“ der Stadt.

„Wir möchten dem Bild einer Landeshauptstadt gerecht werden“, so Schnell. „Deshalb versuchen wir durch unsere tägliche Arbeit das nächtliche Stadtbild attraktiv zu gestalten.“ Gerade in großen Städten ist Licht immer weniger nur eine Frage der Sicherheit, immer mehr auch eine Frage der Inszenierung.

Die Fassade: In Mainz sind viele Gebäude nachts beleuchtet

Kurfuerstliches Schloss Mainz

Auch die Fassade des Kurfürstlichen Schlosses an der Rheinallee in der Mainzer Altstadt wird zu jeder Jahreszeit angestrahlt.

Andreas Schnell nimmt die Stadtbildpflege ernst. Auch in seiner Freizeit behält er den Blick des Stadtplaners. Neulich zum Beispiel, da sei er noch spät abends in Mainz unterwegs gewesen, erzählt er. Nach 24 Uhr, wenn am Wochenende in Mainz die Beleuchtung der historischen Gebäude endet. Er hätte sich gewünscht, dass die Nachtschwärmer auch zu dieser Stunde noch die Mainzer Prachtbauten beleuchtet hätten sehen können. „Mainz lebt auf seinen Plätzen. Da sollte man auch zeigen, dass die Stadt schön ist. Das hat auch was mit Emotionen zu tun“, so Schnell.

Fassadenbeleuchtung hat den Zweck, einzelne Bauwerke bei Dunkelheit hervorzuheben. Oft werden deshalb historische Gebäude angestrahlt. Solche alten Gemäuer sind aber oft Lebensraum für bedrohte Tierarten. In Worms wird der Dom zum Beispiel nach 22 Uhr nicht mehr beleuchtet, damit die geschützten Fledermäuse, die dort im Sommer wohnen, nicht zu sehr an der Jagd gehindert werden.

Umrüstung rechnet sich

Im Mainzer Dom wohnen keine wilden Tiere. Deshalb kommt eine weitere Einschränkung der Beleuchtung für Stadtplaner Andreas Schnell auch nicht in Frage. Vor ein bis zwei Jahren wurde die Fassadenbeleuchtung um eine Stunde verkürzt. Jetzt gehen vor Dom und Kirchen unter der Woche um 23 Uhr die Lichter aus, am Wochenende um 24 Uhr. Die Stadt will damit CO2 sparen – „zu Lasten des nächtlichen Stadtbilds“, so Schnell.
Während der vergangenen zehn Jahre hat sich in Mainz in Sachen Fassadenbeleuchtung viel getan. So war bis 2009 die Domspitze noch gar nicht angestrahlt. Auch bei kleineren Kirchen und anderen historischen Gebäuden wurde die Beleuchtung umgerüstet. Dabei amortisieren sich die Kosten für die Umrüstung schon nach wenigen Jahren. Denn mit der Beleuchtungsart ändert sich auch die Lichttechnik – hin zu mehr Effizienz und weniger Stromverbrauch.

Die Fluter: Bodenstrahler beleuchten nicht nur Gebäude

Fluter rundherum

Überreste von Nachtfaltern liegen auf einem Bodenstrahler vor dem Landesmuseum in der Mainzer Altstadt.

Donnerstagabend, 23 Uhr. Pünktlich gehen an der Peterskirche die Strahler aus. Unterdessen leuchtet das Landesmuseum 100 Meter weiter südlich munter weiter. Vor dem Museum geht ein junger Mann mit zusammengekniffenen Augen den Gehsteig entlang. Er vermeidet es nach unten zu sehen – ins grelle Licht der Bodenstrahler. Unter seinen Sohlen knirscht es. Jedes Mal, wenn er auf einen Strahler tritt, beendet er die Todeskämpfe der vom Licht blöd gewordenen Insekten.

Der NABU Deutschland meint zum Thema Stadtbeleuchtung: Anstrahlungen sollten „in der Regel von oben nach unten ausgerichtet werden„. Bei einer Beleuchtung von unten nach oben strahlt besonders viel Licht in die Umgebung ab.

Nach wie vor Teil der Beleuchtung sind die sogenannten Uplights. Das sind Leuchten, die im Boden versenkt sind und nach oben strahlen. In Mainz haben im Zuge der Umrüstung zum Beispiel die Rheintore oder die Alte Universität am Höfchen solche Uplights bekommen.

Die Insekten : Alte Lichttechnik zieht Nachtfalter an

Fluter Insektengrab

Auch diese Spinne weiß: Insekten fühlen sich von alten Kugelleuchten besonders angezogen.

Das advena Europa Hotel an der Kaiserstraße ist ringsum mit Kugelleuchten bestückt. An jeder Lampe sitzt genau eine Spinne und jagt nach Art der Spinnen: Sie rührt sich nicht und wartet ab, bis ihre Beute vorbeikommt.

Natürlicherweise orientieren sich nachtaktive Insekten am Licht von Mond und Sternen. Künstliches Licht überstrahlt in der Nacht die Gestirne und übt auf Insekten eine enorme Anziehung aus. Die Tiere fliegen zum Licht, vernachlässigen Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung und verenden oft in der Hitze.
Allerdings fischen nicht alle Lampen gleichermaßen die Insekten aus der Luft. Je nach Lichttechnik oder auch Lampenform gibt es große Unterschiede.

Was die Form angeht, so sind die Kugelleuchten, die gleichmäßig in alle Richtungen abstrahlen, am ungünstigsten. Die Stadt Mainz installiert keine dieser Lampen mehr zur Straßenbeleuchtung. Die vorhandenen sollen in den kommenden Jahren ausgewechselt werden, so etwa die Parkbeleuchtung in der Kaiserstraße. Andreas Schnell vom Stadtplanungsamt versichert: „Unser erklärtes Ziel ist es, die alten Kugelleuchten auszutauschen.“

Die Lichtfarben: Blaues Licht ist besonders ungünstig für Insekten

blaues Licht

Zwei Lampentypen: Die Quecksilberdampflampe (vorne) ist bald Geschichte. Die LED im Hintergrund ist auf dem Vormarsch.

Zwei Laternen in der Kaiserstraße: Vorne ein Exemplar der alten Quecksilberdampflampen, hinten eine neue LED-Lampe. Letztere macht mehr und weißeres Licht und hat viel weniger Insekten um sich versammelt als die alte Kugel. Diese zieht unzählige Insekten an.

Insekten sehen in anderen Wellenlängenbereichen als Menschen. Deshalb wird versucht, bei neuen Lampen die Wellen herauszunehmen, die die Insekten am besten wahrnehmen können. Diese liegen hauptsächlich im blauen bzw. ultravioletten Bereich.

In Mainz sind alle möglichen Lampenarten im Einsatz, unter anderem Halogen, Leuchtstoff und Induktion. Dabei üben die alten Quecksilberdampflampen eine besonders starke Anziehungskraft auf Insekten aus. In den vergangenen Jahren wurden sie schrittweise ausgetauscht – erst mit Natriumdampflampen und neuerdings mit LED. Das war und ist eine gewaltige Aufgabe. Von den rund 28 000 Lampen in Mainz waren ursprünglich rund 10 000 Quecksilberdampflampen. Etwa die Hälfte wurde bereits ausgetauscht. Die restlichen 5000 werden in den kommenden Jahren umgerüstet werden müssen. Denn 2015 greift eine EU-Richtlinie, die höhere Effizienzanforderungen an Lampen stellt. Dann dürfen die alten Quecksilberdampflampen europaweit nicht mehr verkauft werden und müssen ausgetauscht werden. Stadtplaner Andreas Schnell. „Das ist eine sehr hohe finanzielle Belastung für die Stadt Mainz.“ Über die Höhe der finanziellen Belastung kann Schnell allerdings keine Aussagen machen.
Das Mühldreieck in Hechtsheim und Teile der Oberstadt wurden in den vergangenen Jahren komplett auf LED umgerüstet.

Die Menschen: Zu viel nächtliche Beleuchtung könnte zu Schlafstörungen und Krebs führen

Beleuchtung Krebs

Die Mainzer Volksbank illuminiert den Balthasar-Maler-Platz: Manches Licht ist nachts unnötig und schadet dem Menschen.

Mainz lebt auf seinen Plätzen? Nicht auf allen. Selbst in einer lauen Sommernacht lädt die lichtdurchflutete Ödnis des Balthasar-Maler-Platzes in der Neustadt nicht zum Verweilen ein. Natürlich ist Stadtbeleuchtung auch eine Frage der Sicherheit. Doch nicht nur zwielichtige Gestalten werden von der strahlenden Helligkeit verjagt, auch diejenigen Menschen, für die die Stadt attraktiv gestaltet werden soll. Die Anwohner des Balthasar-Maler-Platzes hingegen können dem Licht nicht einfach entfliehen. Ihnen bleibt nur die Möglichkeit, in Rollläden und damit auch in ihre Gesundheit zu investieren.

Künstliches Licht hat Auswirkungen auf alle Lebewesen, die durch einen Tag-Nacht-Rhythmus gesteuert werden. Auch der menschliche Körper reagiert mit Hormonen auf Licht. In den vergangenen 20 Jahren gab es dazu zahlreiche Studien. Wenn es hell ist, schlafen Menschen unruhiger, der Körper regeneriert sich unzureichend. Auch lässt sich mit großer Wahrscheinlichkeit sagen, dass übermäßig viel nächtliches Licht bestimmte Krebsarten auslöst. So ist die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken, in sehr hellen Städten um 73 Prozent höher als in einem Gebiet, in dem es nachts dunkel ist. Bei Männern nimmt das Risiko von Prostatakrebs zu. Warum? Künstliches Licht schränkt die Bildung des Hormons Melatonin ein. Melatonin wiederum befördert den Abbau des Sexualhormons Östrogen. Und eine erhöhte Östrogenkonzentration kann bei Frauen zu Brustkrebs und bei Männern zu Prostatakrebs führen. Die Weltgesundheitsorganisation hat künstliches Licht deshalb als ein wahrscheinliches menschliches Karzinogen bezeichnet, also als krebserregenden Stoff.

Das Stadion: viel Geld für Licht

Coface Arena rot

Bringt auch den Himmel zum Leuchten: Die Coface-Arena strahlt ihr rotes Licht nach oben ab.

Public Viewing in der Mainzer Coface-Arena: Noch hunderte Meter entfernt kann man das Stadion hören – und sehen! Denn bei Betrieb wird die Verschalung in schickem Mainz 05-Rot angeknipst. Dann leuchtet die Coface-Arena schon von Weitem wie eine überdimensionierte Tankstelle mitten im Nirgendwo.

2011 hat der Fußball- und Sportverein Mainz 05 sein neues Stadion am Stadtrand eröffnet. In dem Gebäude haben rund 35 000 Menschen Platz. Die stadteigene Grundstücksverwaltungsgesellschaft ließ sich das Projekt 60 Millionen Euro kosten. Wo heute Fußballspiele und andere Events veranstaltet werden, waren vorher Wiesen und Felder. Cosima Lindemann ist Naturschutzreferentin des NABU Rheinland-Pfalz. Sie sieht in der extremen Beleuchtung eine vermeidbare Beeinträchtigung der Fauna der Umgebung: „Dass das Gebäude dermaßen leuchtet, ist vor allem deshalb problematisch, weil es hier vorher relativ dunkel war“, sagt Lindemann. „Das stellt eine ganz starke Veränderung zum Negativen dar.“

Der Astronom Jan-David Förster kann davon ein Lied singen. „Eines Tages guckte ich in den Himmel und da war dieser große rote Doughnut! Wenn es nur ein bisschen bewölkt ist, zeichnet sich das Stadion als roter Kringel am Himmel ab“, erklärt er. „Ich war schockiert, als ich das gesehen habe. Das ist auch Wahnsinn, was da an Energie verpulvert wird.“

Die Sterne: der Nachthimmel als Naturerbe

Naturerbe Nachthimmel

Der Naturpark Westhavelland ist seit 2014 auch Schutzgebiet für den Sternenhimmel. (Foto: dpa/Patrick Bleul)

So einen beeindruckenden Sternenhimmel sieht man nur auf dem Land. Zum Beispiel in der Eifel oder im Westhavelland (Bild). Dort befindet sich auch der erste sogenannte Sternenpark Deutschlands. Die Internationale Organisation gegen Lichtverschmutzung hat das Gebiet Anfang 2014 zur Dark Sky Reserve, zum Himmelschutzgebiet, ernannt.

Schutzgebiete für den Himmel, braucht man die? Laut einer Emnid-Umfrage von 2002 hat ein Drittel der Deutschen noch nie die Milchstraße gesehen. Bei den unter 30-Jährigen waren es 44 Prozent. In der Zwischenzeit hat die Lichtverschmutzung weiter zugenommen.

Nacht nicht immer zum Tag machen

Das Mainzer Beleuchtungskonzept bezeichnet dunkle Ecken in der Stadt aus „Angstraum“ und folgert, die Beseitigung von Dunkelzonen führe „zu einer Steigerung des Wohlbefindens“. Dabei wird nicht klar, worauf die Annahme beruht, dass eine Mehr an Beleuchtung auch mit höherem Wohlbefinden einhergeht. Dagegen meinten 84 Prozent der Befragten der Emnid-Studie zu Lichtsmog, dass nachts weniger elektrisches Licht brennen sollte.

Jan-David Förster von der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft versteht das Ansinnen der Stadt: „Klar, man möchte touristisch attraktiv sein. Aber man kann das auch indem man sagt: Wir sind eine Stadt, die Energieeffizienz konsequent umsetzt und Umweltschutz ernst nimmt. Wir müssen die Nacht nicht immer mehr zum Tag machen.“

Fotos: Laura Ettle