Das Mainzer Wohngebiet Finthen-Römerquelle leidet bis heute an den Fehlplanungen der 1970er Jahren. Doch es tut sich etwas in der Siedlung. Von Matthias Jaenicke

MIttags ist es besonders trostlos in der Siedlung, Foto: Wero Lisakowski

Mittags ist es in der Siedlung besonders trostlos, Foto: Wero Lisakowski

Es gibt Orte, da merkt man sofort: Hier stimmt etwas nicht. Die Römerquelle ist so ein Ort. 3500 Menschen wohnen in der Siedlung. Die Arbeitslosenquote ist hoch, viele der Bewohner sind Migranten.  Den regionalen Medien gilt der Stadtteil als sozialer Brennpunkt. Das weckt Assoziationen. Gewalt. Müll. Hoffnungslosigkeit. So einfach ist es allerdings nicht. Die Realität sieht anders aus. Sicher, die Fassaden sind grau. Aber ansonsten: Überall Grün, Vögel zwitschern, Bäume wogen im Wind. Verwahrlost ist hier nichts. Und doch fehlt irgendetwas.

Die Römerquelle, sie schleppt einen Geburtsfehler mit sich herum. Die Diagnose: geboren ohne Herz. Vor 35 Jahren stellten Stadtplaner erst ein paar Einfamilienhäuser auf die grüne Wiese. Später folgten Wohnblocks. Die soziale Mischung sollte stimmen. Doch das funktionierte nicht. Denn es gab kein Zentrum, keinen Ort, an dem sich die Menschen begegnen konnten.

Video über die Römerquelle. Von Matthias Jaenicke, Wero Lisakowski, Simona Steeger

Bis 2001 ging das so – bis das Programm „Soziale Stadt“ kam und der Römerquelle ein Herz schenkte. Was es damit auf sich hat, sehen Sie in unserem Film. Was Sie auch sehen werden: Es ist nicht alles gut, aber manches besser geworden in dem Wohngebiet – dank Menschen wie Agnes Wintrich, der Hauptfigur des Videos.

Stand: Juli 2010