Manchmal schafft es der Storch nicht alleine. Doch er bekommt Unterstützung: Dr. Emig und sein Team vom Kinderwunschzentrum Mainz helfen Paaren bei der Familiengründung.

Von Sarah Zubrod

Der Traum von Kindern: Mit künstlicher Befruchtung wird daraus Realität. Foto: Steffen Boberg

Die Geburtenrate in Deutschland sinkt von Jahr zu Jahr. 2011 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes knapp 663 000 Kinder geboren. Zehn Jahre zuvor waren es noch etwa 734 000.

Doch in vielen Fällen ist es gar nicht der fehlende Wille, der zur Kinderlosigkeit führt. Oft verhindern medizinisch-biologische Gründe, dass Paare schwanger werden können. Nach Angaben des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung ist jede siebte Partnerschaft in Deutschland unfruchtbar.

Allerdings ist nicht immer Unfruchtbarkeit der Grund für ungewollte Kinderlosigkeit. Eine große Rolle spielt auch, wie alt die Partner sind. Denn mit zunehmendem Alter sinken die Chancen, schwanger zu werden, kontinuierlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine 35-jährige Frau schwanger wird, ist laut Berlin-Institut nur noch halb so groß wie im Alter von 25 Jahren. Doch verschiedene Gründe wie zum Beispiel der Wunsch nach Karriere, Unabhängigkeit oder finanzieller Sicherheit führen dazu, dass Frauen immer später Kinder bekommen. Während das Durchschnittsalter einer Erstgebärenden in den 1960er-Jahren bei knapp 25 Jahren lag, bekommen Frauen ihr erstes Kind heute im Schnitt erst mit 30 Jahren.

Wenn es Paare auf natürlichem Wege nicht schaffen, ein Kind zu zeugen, hilft Dr. med. Robert Emig. Er ist Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit dem Schwerpunkt Kinderwunschtherapie. Seit 2004 leitet er das Kinderwunschzentrum in Mainz. Wir haben mit ihm über spätes Kinderkriegen, unzureichende Familienpolitik und den demografischen Wandel gesprochen.

360 Grad Mainz: Herr Dr. Emig, wie gut stehen eigentlich die Erfolgschancen, dass Sie Paaren mit der künstlichen Befruchtung ihren Kinderwunsch erfüllen können?

Die Studierendenzahlen steigen, Frauen wollen sich auch beruflich verwirklichen. Die Politik diskutiert die Einführung einer Frauenquote. Ist die Karriere schuld an den sinkenden Geburtenzahlen?

Die Familienpolitik kennt das Problem und versucht, Anreize fürs Kinderkriegen zu schaffen. Reichen Betreuungsgeld und ein Rechtsanspruch auf Kita-Plätze Ihrer Meinung nach aus?

Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich an der Kinderwunschtherapie nur zu 50 Prozent und nur unter bestimmten Voraussetzungen. Das Paar muss zum Beispiel verheiratet sein. Darüber hinaus gibt es die finanzielle Unterstützung nur für eine begrenzte Anzahl an Behandlungen. Finden Sie das richtig?

Bei Ihrer täglichen Arbeit helfen Sie Paaren durch Hormontherapie oder künstliche Befruchtung bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches. Könnten Sie einen Beitrag leisten, dass die Geburtenzahl wieder steigt, und so den negativen Auswirkungen des demografischen Wandels entgegenwirken?