Das schöne Sommerwetter lockt die Menschen in die Flüsse – doch ist das Wasser überhaupt zum Baden geeignet? Wir haben bei den Rheinforschern der Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden nachgefragt. Von Jessica Bader

Aus vier Leitungen laufen Wasserproben in die Rheinwasseruntersuchungstation. Im Video erklärt Stationsleiter Engel, wie das Wasser überprüft wird. Von Laura Schoen und Mirko Stepan

Bevor die Rheinwasseruntersuchungsstation an Rheinkilometer 498,5 in den 1970er Jahren eingerichtet wurde, verursachte verschmutztes Wasser immer wieder Fischsterben. Schwermetalle belasteten den Rhein und zu viele Nährstoffe reduzierten den Sauerstoff so sehr, sodass die Fische nicht überleben konnten. „Verursacht wurden diese Verschmutzungen durch Industrieeinleitungen, aber auch durch ganz normale Haushaltseinleitungen“, sagt Michael Engel, Leiter der Untersuchungsstation. „Vor 30, 40 Jahren war der Anteil der Kläranlagen verschwindend gering.“

Der Main ist schmutziger als der Rhein

Diese Probleme sind heute weitgehend behoben. Nur das Wasser des Mains, der auf Wiesbadener Seite in den Rhein fließt, ist schmutziger als das Rheinwasser. Das kann Michael Engel an Leitung vier, am Brückenpfeiler auf Wiesbadener Seite ablesen. Dass der Main schmutziger sei, liege daran, dass der Fluss nur etwa ein Achtel der Wassermenge des Rheins habe, sagt Engel. „Der Verdünnungseffekt ist viel geringer.“ Auch einige neumodische Probleme hat der Rhein heute noch. So belasten beispielsweise Arzneimittel das Rheinwasser.

In Gustavsburg suchen Schwimmer Abkühlung im Rhein

In Gustavsburg suchen Schwimmer Abkühlung im Rhein. Foto: Schoen/Stepan

Das Fischsterben im Rhein hat aufgehört, trotzdem empfiehlt das rheinland-pfälzische Umweltministerium, nicht mehr als vier bis fünf Portionen Fisch aus dem Rhein im Monat zu verzehren. Denn noch immer sind PCB und andere Gifte in den Tieren enthalten. Vielleicht sollten sich auch die Schwimmer in Gustavsburg noch einmal überlegen, ob sie im Rhein baden wollen.

Stand: Juli 2009

Die Rheinwasseruntersuchungstation im Internet: www.rheinwasseruntersuchungsstation.de