Helene Fischer und Linda Hesse zeigen: der deutsche Schlager ist zurück – trotz oder gerade wegen der alternden Gesellschaft. Jonathan Zelter könnte der nächste Star des Genres werden.

Von Dominique Roth und Timo Schmidtchen

Jonathan Zelter will von Wittlich in die Welt. Foto: Michael S. Ruscheinsky

Jonathan Zelter will von Wittlich in die Welt. Foto: Michael S. Ruscheinsky

Der deutsche Schlager ist der Untote unter den Musikstilen. Hunderte Male wurde schon der Abgesang auf ihn angestimmt, aber er hat alle Kritiker überlebt. Heute, inmitten des größten Umbruchs des modernen Musikmarkts, erlebt er sein Comeback.

Der demografische Wandel tut sein Übriges dazu: Natürlich wollen die Künstler jung und alt gleichermaßen ansprechen, aber in einer alternden Gesellschaft ist er das einzige Genre, dessen Publikum tendenziell größer wird. Die letzte Wohlfühloase für Musiker und Plattenfirmen gleichermaßen.

Junge, gutaussehende, sympathische Künstler geben ihm einen frischen Anstrich – allen voran Helene Fischer. Ihre Texte sind nicht mehr so platt wie die früherer Kollegen, die Melodien sind modern. Auf den Konzerten herrscht eine Stimmung wie auf der Kirmes.

Und in ihrem Windschatten feiern noch jüngere Musiker beachtliche Erfolge. Linda Hesse zum Beispiel, aber auch Jonathan Zelter. Vom SWR entdeckt, ist der Abiturient aus Wittlich in der Eifel auf dem Sprung in die Schlagerelite. 360 Grad Mainz hat den 18-jährigen Shootingstar bei seinem Auftritt in Saulheim bei Mainz begleitet.