Den Mainzer Dom abreißen? Unvorstellbar! Ein Stadtrundgang des Vereins „Geographie für Alle“ verrät, dass manch einer in der Geschichte der Stadt da anderer Meinung war.

„Bonjour Messieurs et Mesdames, enchanté“, begrüßt Jeanbon Baron de St. André sein Publikum. Dreispitz-Hut, unter dem schwarzen Gehrock weißes Hemd mit Spitzen. Der Präfekt unter Napoleon Bonaparte, der 1801 nach Mainz kam, weiß, wie er sich zu kleiden hat. Doch sein Französisch hat einen auffallend hessischen Einschlag. Der Grund: de St. André heißt eigentlich Franz Winkler.

Zum 20-jährigen Jubiläum der Stadtrundgänge des Vereins „Geographie für Alle“ berichten historische Persönlichkeiten, was sie für die Stadt geleistet haben. Die meisten von ihnen weilen schon sehr lange nicht mehr unter den Lebenden. Aber Schüler und Absolventen der Schauspielschule Mainz und Mitglieder des Vereins „Geographie für Alle“ haben sie für eineinhalb Stunden wieder auferstehen lassen.

Auf einer Exkursion nach Jordanien entstand die Idee für Stadtführungen durch Mainz. Professor Günter Meyer vom Institut für Geographie der Johannes Gutenberg-Universität schlug seinen Studierenden die Rundgänge vor. Kurze Zeit später erfolgte 1994 die Vereinsgründung von „Geographie für Alle“ – mit vier Mitgliedern. Zunächst bot der Verein vier verschiedene Rundgänge an, heute sind es über 90. Mehr als 150.000 Teilnehmer habe der Verein während der vergangenen 20 Jahre für seine Führungen gewinnen können.

Der Jubiläums-Rundgang führt die Besucher an verschiedene Stationen in der Mainzer Innenstadt, wo sie auf die historischen Persönlichkeiten treffen, die sie auf ihre ganz eigene Art auf eine Reise durch 200 Jahre Mainzer Geschichte mitnehmen.

Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten; Lizenz: Open Database License
(Fotos: Denise Frommeyer)
(Beitragsbild: Christine Ruhland)

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