„Der Tango ist als Tanz das Schönste, was es gibt. Man muß ihn mit Kraft angehen, mit viel Zärtlichkeit und vielen Stunden Arbeit.“ Das sagte einmal Antonio Todaro, ein sehr bekannter Tangolehrer des 20.Jahrhunderts. Auch in Mainz wird an diesem Tanz hart gearbeitet – und es gibt da ein Paar, das hat schon viele tausend Mainzer zum Tango Argentino gebracht. Von Stefanie Senfter

Juliàn Rojo und Heidi Schumacher tanzen gemeinsam und sind schwarz gekleidet

Tango ist ihr Leben – die Mainzerin Heidi Schumacher und der Argentinier Juliàn Rojo sind seit 2001 ein Paar. Die beiden haben sich in Buenos Aires kennengelernt und seitdem verbindet sie die Liebe zum Tango. Heidi hat für Juliàn Spanisch gelernt und Julian ist nach Mainz gezogen. Seither lehrt das Paar Tango in Mainz und organisiert Tanzabende, Milongas genannt.

Wohnzimmer als Übungsparkett

Der Tango gehört zum Weltkulturerbe der Menschheit. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts hat sich der Tango in verschiedenen Formen von Buenos Aires und Montevideo aus in der gesamten Welt verbreitet. Der Tango Argentino grenzt sich vom europäischen Tango durch seine ursprüngliche Form des Tanzes und der dazugehörigen Musik ab. Dabei gibt es verschiedene Stile wie etwa den Estilo Milonguer, bei dem das Paar in sehr enger Umarmung tanzt, oder der wilde Tango Oriller, bei dem der Mann viele Schritte und Sprünge ausführt.Bis vor ein paar Jahren betrieben sie noch einen eigenen Tango-Salon, heute geben sie Einzelunterricht bei sich zu Hause und mieten sich in einer Tanzschule ein, um Wochenendworkshops zu geben. „Ich sage nicht, dass Tango tanzen dasselbe ist wie Ballett, aber man muss genauso üben“, sagt Juliàn. Und man brauche die Fähigkeit, die Musik zu interpretieren.

Das richtige Gehen als Grundlage

Der Argentinier Juliàn Rojo tanzt seit seine Füße das erste Mal den Boden berührt haben, sagt er. „Wer gehen kann, kann auch Tango tanzen“ – das ist sein Motto. Deshalb müssen Anfänger zuerst das Gehen sowie Führen und Folgen lernen. Die Koordination von zwei Menschen muss stimmen und auf den Takt genau sein. Man müsse sensibel genug sein und den Tanz verstehen, das sei das Wichtigste, so Juliàn. Stimmen die Grundlagen, geht es an die verschiedenen Stimmungen, die ein Tanz ausdrücken soll und an die Varianten, für die es viele Gestaltungsmöglichkeiten gibt.

Tangoszene in Mainz

Viele der Tanzbegeisterten, die Heidi und Juliàn zum Tango gebracht haben, trafen sich bisher einmal im Monat zu einer Milonga im Landesmuseum. Doch da im Foyer des Landesmuseums wegen einer Ausstellung Teppich verlegt wird, hört diese Tradition auf.

Tango-Impressionen aus dem Landesmuseum. Von Anja Hübner, Stefanie Senfter, Philipp von Bremen

Aber es gibt noch zwei weitere Tanzabende, einen im Winterhafen im Bootshaus und einen auf der anderen Rheinseite in Mainz-Kostheim sowie direkt in Wiesbaden. „Außerdem ist die Tangoszene nicht so lokal orientiert, sondern mobil“, sagt Heidi. Dann fahren die Tangoliebhaber eben nach Frankfurt, Wiesbaden oder Darmstadt, um zu tanzen. Das Paar, das eine große Tangoszene in Mainz aufgebaut hat, wird zwar noch einige Monate Workshops geben, aber im Sommer 2011 nach Berlin übersiedeln.

Angebote in und um Mainz:

Stand: Juni 2010