Deutschland braucht mehr Kinder. Doch manchmal liegt es nicht am fehlenden Willen, wenn sie ausbleiben. Wir haben mit einer jungen Frau über ihre Erfahrungen gesprochen.

Von Sarah Zubrod

Storchbild

Wenn die Natur es nicht alleine schafft, kann künstliche Befruchtung helfen. Foto: Sarah Zubrod

Sie ist 31 Jahre alt, berufstätig und glücklich verheiratet. Zum perfekten Familienglück fehlt nur noch ein Kind. Doch das will einfach nicht kommen. Seit drei Jahren versuchen die junge Frau, die anonym bleiben möchte, und ihr Mann nun schon eine Familie zu gründen. Vergeblich. An ihrem Mann liegt es nicht, der ist gesund und fruchtbar. Also muss es an ihr liegen. Doch die Frauenärztin zögert, will lieber erst noch abwarten, ob es nicht doch auf natürlichem Wege klappt. Mit der ärztlichen Betreuung unzufrieden, wechselt die junge Frau schließlich zu einem anderen Gynäkologen. Der ordnet gleich eine Bauchspiegelung an. Danach ist der Grund für die unzureichende Fruchtbarkeit klar: Ein Eileiter ist komplett verschlossen, der andere funktioniert gerade noch so.

Inzwischen ist die junge Frau doch auf natürlichem Weg schwanger geworden. Aber die Freude währt nicht lange, sie erleidet eine Fehlgeburt. „Einfach aufgeben? Daran ist nicht zu denken“, sagt sie. Der Kinderwunsch bleibt groß. Sie informiert sich über Kinderwunschzentren. Zufälligerweise arbeitet sie im gleichen Gebäude, in dem sich auch das Kinderwunschzentrum Mainz befindet. Der gute erste Eindruck und die Nähe zum Arbeitsplatz geben schließlich den Ausschlag. Und so entscheidet sie sich für eine Behandlung bei Dr. Emig und seinem Team.

Mittlerweile hat die 31-Jährige schon eine Eileiterschwangerschaft hinter sich, die abgebrochen werden musste, sowie drei fehlgeschlagene IVF-Versuche (In-Vitro-Fertilisation: Reagenzglasbefruchtung). Damit hat sie das Limit an finanzieller Unterstützung durch die Krankenkasse erreicht. Seit dem 1. Januar 2004 beteiligen sich die gesetzlichen Kassen nur noch an bis zu drei Behandlungszyklen. Alles, was die 31-Jährige und ihr Mann jetzt noch versuchen, müssen sie also komplett selbst bezahlen. Dabei hat Dr. Emig auch viele Patientinnen, die erst beim vierten oder fünften Versuch schwanger werden.

Noch gibt die junge Frau nicht auf, sie will es auf jeden Fall weiter versuchen. „Deutschland braucht doch Kinder!“, sagt sie.

Künstliche Befruchtung
Eine künstliche Befruchtung im Reagenzglas (IVF- bzw. ICSI-Methode) kostet laut Fertility Center Hamburg pro Behandlungszyklus zwischen 3.200 und 3.800 Euro. Seit dem 1. Januar 2004 beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen nur noch an bis zu drei Behandlungszyklen. Auf Antrag übernimmt die Kasse dann die Hälfte, also 50%, der Behandlungskosten. Dafür müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Frau ist zwischen 25 und 40 Jahre alt
  • Der Mann ist zwischen 25 und 50 Jahre alt
  • Das Paar ist verheiratet
  • Ei- und Samenzellen stammen vom Paar