Am Zollhafen entsteht ein neues Stadtquartier

Wohnraum direkt am Rhein ist zwar begrenzt – aber begehrt. Das haben sich wohl auch die Eigentümer des Mainzer Zollhafens gedacht. Wo heute noch Containerstapler umher kurven und Kräne die Fracht durch die Lüfte heben, sollen künftig Menschen wohnen, durch Geschäfte flanieren und Wein trinken. Von Anja Hübner

Rund 113 000 Container werden jährlich in Mainz umgeschlagen. Foto: Simone Schnipp

Unzählige Container stehen aufeinander gestapelt – rot, braun, weiß, grau und grün sind sie. Zwischen ihnen ragen riesige Kräne in die Luft. Auf der sandigen Fläche davor parken einige Autos. Die meisten von ihnen sind Besucher der Kunsthalle, einem länglichen Backsteinbau mit einem gläsernen Turm in der Mitte. Es ist die Südmole des Mainzer Zollhafens.

Eine Audio-Reportage über einen Containerstapler-Fahrer                             Von Anja Hübner

Zollhafen

Hier sollen in den nächsten Jahren Wohnungen, Gewerberäume und Bürolofts entstehen. „Zollhafen-Quartier“ nennen die Stadtwerke Mainz und die Immobiliengesellschaft Vivico Real Estate ihr gemeinsames Projekt.

Der Containerhafen zieht um

Seit Dezember 2003 befindet sich das neue Stadtquartier in der Planungsphase – und nun kommt langsam Bewegung in das Gebiet. Als erstes müssen die Container und Kräne weg. Sie ziehen um, den Rhein abwärts auf die Ingelheimer Aue. „Der Umzug des Containerbetriebs wird im Laufe dieses Jahres vor sich gehen“, sagt Peter Zantopp-Goldmann von der Zollhafen Mainz GmbH & Co. KG. Dann sei das Feld geräumt für weitere Arbeiten. Im Frühjahr 2011 soll es dann richtig losgehen – mit der Erschließung der Südmole. „Wir werden uns im Uhrzeigersinn vorarbeiten, von der Südmole, die Rheinallee entlang und dann zur Nordmole“, erklärt Zantopp-Goldmann.

 

So könnte der Zungenkai im Süden des Hafens mit dem Weinlager (l.) aussehen. Grafik: Zollhafen Mainz

Ein Architektur-Wettbewerb wird entscheiden

Wie die Wohnungen und Gewerbegebäude genau aussehen sollen, steht aber noch nicht fest. „Wir werden einen Architektur-Wettbewerb ausschreiben – und der Beste wird gewinnen“, sagt Zantopp-Goldmann. Deshalb gibt es bislang nur Ideen und grobe Zeichnungen des zukünftigen Stadtquartiers. Fest steht: Es soll ein Mischgebiet werden, also sowohl Geschäfte und Gaststätten, als auch Büros und Wohnungen beherbergen. Die Lage direkt am Rhein ist vielversprechend. Die Projektgesellschaft geht davon aus, dass hier einmal rund 2 500 Menschen leben und rund 4 000 arbeiten werden.

Bildergalerie: Wie der Zollhafen derzeit noch aussieht

Bis 2020 soll das neue Stadtquartier stehen

Auch das alte Weinlagergebäude soll saniert und umgebaut werden. Wo heute Backsteine aus der Fassade bröckeln und fast jede Fensterscheibe ein Loch hat, soll einmal ein Wein-Erlebnis-Zentrum sein. Unter dem Arbeitstitel „Vinummainz“ entstehen in den unteren Stockwerken Bars und Restaurants, in den oberen Etagen Gewerbelofts. Mit Kosten von insgesamt rund 120 Millionen Euro rechnet die Gesellschaft bis zum Bauende. „Unser Ziel ist es 2020 fertig mit allem zu sein“, sagt Zantopp-Goldmann. „Dann ist Ende Gelände.“

Internet: www.zollhafen-mainz.de

Stand: Juni 2010